Vorstellung des REFUBURG-Teams: Anne

Eine Grenze zu überqueren und nicht zu wissen, ob man die Menschen, die man zurückgelassen hat, je wieder sehen wird, ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Ich kann mich noch gut erinnern. Deshalb engagiere ich mich bei REFUBURG.
Mein Name ist Anne Neumann, ich bin 37 Jahre alt und mit einem tollen Mann verheiratet. Seit 1988 lebe ich in Hamburg. Ursprünglich komme ich aus Wismar in der ehemaligen DDR. Dass meine Eltern den Mut hatten, ihre Heimat zu verlassen, ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich liebe Hamburg. Schon bei meiner Ankunft mit neun Jahren wusste ich das. Meine Integration in die Hansestadt ging fix: Zwar war ich irgendwie anders und alle wussten dank meiner Vokuhila-Frisur und meiner drögen Klamotten, dass ich „von Drüben“ kam, aber sonst sah ich aus und sprach wie alle anderen.
Heute ist das Ost-West-Ding Schnee von gestern. Ich trage schon lange keine komische Kleidung mehr, habe Abitur, ein Volontariat gemacht und nach ein paar Jahren als PR-Beraterin sogar noch mal angefangen zu studieren. Zugegeben, italienische Literaturwissenschaften, Germanistik und Psychologie sind Fächer, die die Welt nicht braucht, aber meine Studienzeit in Hamburg und Italien war unglaublich schön und ich möchte keinen Tag missen. Neben meinen etlichen Reisen durch „Bella Italia“ habe ich in den Jahren an der Uni halbtags für unterschiedliche Agenturen und Unternehmen im Bereich der internen und externen Kommunikation gearbeitet. Und auch nach meinem Studium bin ich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bis heute treu geblieben. Nur nicht mehr als Angestellte, sondern als freie Kommunikationsberaterin.

An REFUBURG mag ich, dass die Persönlichkeit jedes Geflüchteten und seine individuelle Geschichte im Vordergrund stehen. Und die Idee, durch Kommunikation Brücken zwischen den unterschiedlichen Kulturen zu bauen. Seit Herbst 2015 helfe ich, Projekte zu realisieren, Themen zu recherchieren und Partner zu finden, die REFUBURG unterstützen. Ich bin mir sicher, das ist ein guter Weg, um Menschen aneinander näher zu bringen und Vorurteile abzubauen.

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