Vier Minuten Augenkontakt #LookBeyondBorders

Blicken sich zwei Menschen für vier Minuten in die Augen, dann bringt dies die Menschen einander näher. Amnesty International Poland hat dieses berühmte Experiment des Wissenschaftlers Dr. Arthur Aron mit Menschen aus verschiedenen Kulturen durchgeführt. Darunter Deutsche, Polen, Belgier und Flüchtlinge aus Syrien und Somalia. In einem berührenden Video zeigt die Organisation, wie aus intensiven Blickkontakten Emotionen und Freundschaften entstehen.

„Ein vierminütiger Augenkontakt bringt die Menschen einander viel näher als alles andere.“

- Dr. Arthur Aron

Durch Hinsehen Vorurteile abbauen. Klingt so einfach, oder? Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen durch genaueres Hinsehen in ihrem Gegenüber einen Menschen sehen, der sich gar nicht so stark von ihnen unterscheidet. Einige sind von der Geschichte dieses Menschen berührt, andere Lachen gemeinsam oder werden nachdenklich nach Hause gehen.

Sind Emotionen also der Schlüssel, um Vorurteile abzubauen? Den Menschen so zu sehen, wie er ist und nicht automatisch nur das Vorurteil zu sehen, mit dem man ihn vielleicht vor langer Zeit belegt hat? Möglich wäre es.

Fakt ist, dass sich Brücken zwischen Kulturen und Menschen nur bauen lassen, wenn man sich auf einander einlässt. Das bedeutet nicht, die eigene Kultur zu verleugnen oder außen vor zu lassen. Aber es bedeutet, die andere Kultur genauso zu respektieren wie die eigene. Man muss sie nicht verstehen, aber akzeptieren. Zumindest soweit, dass sie dem anderen Menschen wichtig ist.

Im Video von Amnesty International wird den mitwirkenden Flüchtlingen die Anonymität genommen. Sie werden als Menschen von ihrem Gegenüber gesehen, als Individuen mit eigenen, unterschiedlichen Geschichten. Nicht als eine Masse von vielen, die nach Europa kommen. Mit REFUBURG versuchen wir dies auch: die Profile spiegeln Einzelschicksale und besondere Charaktere wider. Keine Geschichte gleicht der anderen. Jeder Flüchtling ist ein Mensch mit einer ganz eigenen Geschichte. Es lohnt sich also auch mal, über den Tellerrand zu schauen.

(kk)