Kochen mit zwei Migrantenklassen

PROJEKT YOGA e.V. lud uns am 16. November ein, einen Kochkurs mit unbegleiteten Flüchtlingen mit unserer Kamera zu begleiten. Jan und Kristina waren dabei und berichten auf unserem Blog für Euch.


Es ist Mittwochmorgen, 9:30 Uhr. Im Restaurant „Gasthof Möhrchen“ in Hamburg-Ottensen warten Küchenchef Alex und die Initiatoren Simone und Marco schon gespannt auf die freiwilligen Helfer. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde werden die Gruppen für die drei Gänge eingeteilt und schon geht es los: Zwei Migrantenklassen einer Hamburger-Berufsschule treffen mit ihren Lehrkräften ein. Für die meisten Teilnehmer ist es ein Wiedersehen, denn sie kochen bereits zum zweiten Mal mit der Gruppe von PROJEKT YOGA e.V.

PROJEKT YOGA e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Yoga und Meditation für jeden anzubieten. Durch Spenden finanziert ermöglicht das Projekt von Simone Brenner, dass auch Menschen in schwierigen Lebenssituationen kostenlos an Yoga-Stunden teilnehmen können. Yoga, das bedeutet für Simone Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und bewusstere Wahrnehmung. Der Schritt zur gesunden Ernährung und zum Kochkurs war in ihren Augen daher nur logisch: „Wir wollten den Jugendlichen damit einige Rezepte an die Hand geben. Ihnen zeigen, wie einfach gesunde Ernährung geht, so dass sie etwas Gutes für sich und ihren Körper tun können.“ Und genau diese Hilfe wird dankbar angenommen. Die jungen Erwachsenen, die alle im Alter zwischen 16 und 18 Jahren als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, freuen sich über die Zuneigung und den Respekt, den man ihnen hier entgegenbringt.

Auf der Speisekarte stehen heute drei vegetarische Gänge: Kürbissuppe mit Olivenfocaccia, Süßkartoffel-Feta-Strudel mit Auberginen, Kirchererbsenpüree und Tomaten-Paprika-Salsa und zum Dessert gibt es Mandelkuchen mit Beerenragout. Gekocht wird in vier Gruppen – Vorspeise, Hauptgericht, Beilagen und Dessert. Die Gruppen bestehen jeweils aus zwei Helfern und vier Schülern. Schnell hat jeder eine Aufgabe. Es ist eine ganz besondere Stimmung, wenn Said, Omir, Shagi oder Madoussou erst konzentriert das Gemüse schnippeln oder den Teig kneten und dann plötzlich bei aufgedrehter arabischer Musik die Küche in eine Tanzfläche verwandeln – Lebensfreude pur!

Die jungen Männer und Frauen aus Afghanistan, Elfenbeinküste, Somalia oder Ägypten sind zu einer Gemeinschaft geworden, das spüren wir sofort. Und doch stecken harte Schicksale hinter jeder einzelnen Geschichte. Aber das steht heute nicht im Vordergrund, denn die Jugendlichen sollen in diesen Stunden einfach nur Spaß haben und den Alltag hinter sich lassen. Und das, so ist zumindest unser Eindruck, ist dem PROJEKT YOGA-Team heute wirklich gelungen.

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Text: Kristina Kaba
Fotos: Jan Brockmann