Verheerende Kämpfe in Myanmar

Seit einigen Wochen wird nun schon in Myanmar gekämpft. Die Armee und die Rebellen der Rohingya-Minderheit liefern sich schwere Gefechte. Fast 500 Menschen sind laut Behörden bereits getötet worden, die Dunkelziffer könnte bei mehr als 1000 Todesopfern liegen. Unzählige Menschen haben ihre Häuser verloren – niedergebrannt im Kampf. Mehr als eine Viertel Million Menschen sind aus dem südostasiatischen Land ins benachbarte Bangladesch geflohen. Und es werden täglich mehr.

Doch worum geht es eigentlich in dem Konflikt? Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit in Myanmar, die von der buddhistischen Mehrheit und auch von der Regierung als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch angesehen werden. Und das, obwohl die rund 800.000 Rohingya schon seit mehreren Generationen in Myanmar leben. Bereits seit etwa 70 Jahren besteht dieser Konflikt.

Im Oktober letzten Jahres eskalierte die Situation, es gab Tote, die ersten Menschen flüchteten. Jetzt hat sich die Lage zugespitzt. Lange verweigerte die Regierung humanitäre Hilfe in dem Kampfgebiet. Sie wirft den Hilfsorganisationen vor, die Rebellen im Kampf gegen die Regierung zu unterstützen. Die Menschenrechtsorganisationen wiederum werfen der Regierung vor, die Minderheit aus dem Land vertreiben zu wollen. Jetzt lenkte die Regierung ein, erlaubt humanitäre Hilfe. Zeitgleich riefen die Rebellen einen Waffenstillstand für einen Monat aus, um den Hilfslieferungen nicht im Weg zu stehen. Währenddessen beklagt Bangladesch, dass nicht genügend Platz für die Geflohenen zur Verfügung stehe, außerdem würden Nahrungsmittel und Wasser knapp werden.

(hh)