FAQ

Wann und warum wurde REFUBURG gegründet?

REFUBURG wurde im Herbst 2015 in Hamburg von ehrenamtlichen Helfern gegründet. Zu dem Zeitpunkt war die Anzahl der Flüchtlinge besonders hoch und es wurde Hilfe in vielfältiger Form benötigt.
Was bedeutet „REFUBURG“?
REFUBURG ist eine Wortneuschöpfung und kombiniert die Wörter „refugee“ (Flüchtling) und „Hamburg“ miteinander. Die Idee zu dem Namen hatte ein Flüchtling bei einem der ersten Gruppentreffen von Ehrenamtlichen und Geflüchteten.
Warum hat sich REFUBURG dafür entschieden mit journalistischen Portraits zu arbeiten?
Bei den meisten Geflüchteten stehen wir vor der großen Herausforderung, dass weder Schul- noch Arbeitszeugnisse vorhanden sind. Entweder sind sie auf der Flucht verloren gegangen oder – wie in den meisten Fällen – ist es im Heimatland nicht üblich, sich mit Zeugnissen zu bewerben und daher gibt es schlichtweg keine. Wir setzten deshalb mit unseren Profilen einen großen Schwerpunkt auf den beruflichen Werdegang und zeigen, über welche Qualifikationen der Mensch bereits verfügt. Aber statt auf tabellarische Listen zu setzen, stellen wir den Menschen in einem persönlichen Porträt vor und berichten auch über seine Fluchtgeschichte. In Form der individuellen Profile, kann man die einzelnen Personen unserer Meinung nach besonders gut und ganzheitlich darstellen.
Welche Ziele verfolgt REFUBURG?
An erster Stelle steht für uns die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen. Das bedeutet: REFUBURG versucht, die Geflüchteten in ein festes Arbeitsverhältnis, in eine Ausbildung oder ein Praktikum zu vermitteln. Anstelle von konventionellen Bewerbungen, dienen unsere Profile für Arbeitgeber als Ersatz-Bewerbungen. Sie bilden den Menschen, seine Qualifikation, Motivation und Persönlichkeit ab und schlagen damit die Brücke zwischen Geflüchteten und potentiellem Arbeitgeber. Darüber hinaus möchten wir mit den Profilen zur Aufklärung beitragen und Vorurteile, Unwissenheit und Unverständnis abbauen. Da wir ein ehrenamtliches Projekt sind, verfolgen wir keinerlei finanzielle Ziele.
Wie findet REFUBURG die Flüchtlinge für die Portraits?
Zu Beginn des Projektes wurden uns über zwei ehrenamtliche Helfer, die beim Roten Kreuz und bei einer Deutschschule helfen, Flüchtlinge vorgeschlagen. Mittlerweile hat sich der Erfolg unseres Projektes rumgesprochen und die Menschen kommen oft von allein auf uns zu. Ehrenamtliche spielen aber nach wie vor eine große Rolle bei der Vermittlung von Geflüchteten in Arbeit, da sie eine große Hilfe für notwendige Behördengänge o. ä. darstellen.
Können sich Flüchtlinge auch selbst melden oder kann man jemanden für die Portraits vorschlagen?
Gern können sich Flüchtlinge oder Leute, die Flüchtlinge vorschlagen möchten, auch direkt bei uns über unser Kontaktformular oder per E-Mail an mail@refuburg.com melden.
Was ist die Voraussetzung um portraitiert zu werden?
Prinzipiell ist es wichtig, dass der oder die Geflüchtete Deutsch spricht. Wir legen uns dabei ungern auf ein bestimmtes Sprachniveau fest. Da aber die deutsche Sprache auch Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung in ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis ist, sollte der Mensch beim Interview in der Lage sein, uns seine Geschichte auf Deutsch zu erzählen. Bei sehr komplizierten oder schwierigen Lebensgeschichten holen wir bei Bedarf auch einen Sprachmittler dazu. Andere Voraussetzungen gibt es bei uns in der Regel nicht. Wir entscheiden nicht nach Aufenthaltstitel oder Bleibeperspektive. Allerdings behalten wir uns auch eine Absage aus anderen Gründen vor. Selbstverständlich ist es wichtig, dass er bereit ist, sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Dazu gehört neben der Sprache auch die Akzeptanz von westlichen Rollenbildern und ein angemessenes Verhalten im Job.
Was ist, wenn ein Flüchtling nicht seinen Namen nennen will oder keine Fotos von sich auf dem Profil haben will?
Die Problematik, dass Geflüchtete ihre Identität nicht preisgeben wollen, ist uns bekannt. In diesen Fällen müssen wir das Porträt leider ablehnen. Denn unser Konzept ist es, die Profile inklusive Fotos im Internet zu veröffentlichen und so an potenzielle Arbeitgeber heranzutreten. Auch nach der Vermittlung behalten wir die Profile auf unserer Seite refuburg.com. Wir begleiten den Menschen gern auch weiter im Job und berichten, wie es ihm geht und was aus ihm geworden ist.
Welche Erfolge konnte REFUBURG schon erreichen?
Wir konnten bereits weit mehr als die Hälfte der Geflüchteten in Praktika, Ausbildungen oder feste Jobs vermitteln. Updates hierzu gibt es in der Kategorie „Profile“ im Unterpunkt „In Arbeit vermittelt“ oder jeweils auf den Profilen der Flüchtlinge und auf unseren Social Media-Plattformen.
Wie findet REFUBURG die Unternehmen für Jobs?
Anhand der Profile geht REFUBURG auf potenziell passende Arbeitgeber zu und versucht ein Gespräch zu vermitteln. Daraus entstehen dann oft weitere Gespräche zu anderen Profilen. Die Unternehmen haben in REFUBURG einen festen und verlässlichen Ansprechpartner, auch wenn es mal zu Problemen im Arbeitsverhältnis kommt. Wir bieten den Unternehmen an, auch über die Vermittlung hinaus, als Vermittler und Ansprechpartner zu fungieren. Da die Einstellung eines Flüchtlings für viele Arbeitgeber Neuland ist, wird dies meist dankend angenommen. Mittlerweile konnte REFUBURG sich ein gutes Unternehmensnetzwerk aufbauen. Wir freuen uns aber immer über interessierte Unternehmen. Diese können sich jederzeit gern über unser Kontaktformular oder per E-Mail an mail@refuburg.com bei uns melden.
Sucht REFUBURG noch ehrenamtliche Helfer?
Wir sind immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. Dazu zählen Schreibtalente, Fotografen, Art-Designer oder Telefon-Asse. Ehrenamtliche Helfer können sich gern über unser Kontaktformular oder per E-Mail an mail@refuburg.com bei uns melden.
Wie kann man REFUBURG darüber hinaus unterstützen?
Wir würden uns freuen, wenn Sie REFUBURG mit einer Spende unterstützen. Die Spendenseite mit den entsprechenden Bankdaten finden Sie hier. Die Spenden werden ausschließlich dafür verwendet die Geflüchteten zu profilen, portraitieren, fotografieren, coachen und sie bei der Suche nach einem passenden Job zu unterstützen. Unser Projekt verfolgt kein wirtschaftliches Interesse.
Durch das Teilen unserer Beiträge auf facebook, instagram und unserer Homepage, können wir außerdem mehr Bekanntheit unseres Projektes erlangen und so potenziell mehr Geflüchtete in Arbeitsstellen vermitteln.
Welchen Aufenthaltsstatus kann ein Flüchtling in Deutschland bekommen?
Es gibt verschiedene Stadien, die ein Flüchtling erreichen kann. Für die Einreise und den Aufenthalt benötigen Ausländer grundsätzlich einen Aufenthaltstitel. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Aufenthaltstitel:

  1. Aufenthaltserlaubnis:
    Die Aufenthaltserlaubnis ist ein befristeter Aufenthaltstitel, der an einen bestimmten Zweck gebunden ist. Zu diesen Zwecken gehören die Ausbildung, Erwerbstätigkeit, politische/humanitäre/völkerrechtliche und familiäre Gründe (§16-36 AufenthG)
  2. Blaue Karte EU:
    Die Blaue Karte EU ist ein Aufenthaltstitel für Akademiker mit einem deutschen Hochschulabschluss oder einem anerkannten bzw. dem deutschen vergleichbaren ausländischen Hochschulabschluss. Sie ermöglicht einfach und unbürokratisch den Zuzug von Menschen aus Drittstaaten, die ihre fachlichen Fähigkeiten in Deutschland einbringen möchten. Die Blaue Karte EU wird zunächst für vier Jahre erteilt bzw. bei kürzerer Laufzeit des Arbeitsvertrags für dessen Laufzeit plus drei Monate
  3. Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU:
    Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU wurde mit dem Gesetz zur Umwertung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der EU im Jahr 2003 eingeführt. Hierbei handelt es sich um einen unbefristeten Aufenthaltstitel, den ein Ausländer aus einem Drittstaat nach fünfjährigem Aufenthalt in einem Mitgliedsstaat der EU erhält. Dieser Titel beinhaltet das Recht auf Weiterwanderung in einen anderen Mitgliedstaat und bietet, wie die Niederlassungserlaubnis, eine weitgehende Gleichstellung von Drittstaatsangehörigen mit eigenen Staatsangehörigen z.B. beim Arbeitsmarktzugang und bei sozialen Leistungen.
  4. Niederlassungserlaubnis:
    Die Niederlassungserlaubnis wurde mit dem Zuwanderungsgesetz als Aufenthaltstitel neben der Aufenthaltserlaubnis eingeführt. Sie ist, im Gegensatz zur Aufenthaltserlaubnis, nur ein unbefristeter Aufenthaltstitel.
    Die Niederlassungserlaubnis berechtigt ebenfalls zur Ausführung einer Erwerbstätigkeit, ist räumlich unbegrenzt und darf, außer in durch das Aufenthaltsgesetz zugelassenen Fällen, nicht mit einer Nebenbestimmung versehen werden.
  5. Visum:
    Ein Visum ist eine Bestätigung eines fremden Landes, dass Einreise,  Aufenthalt oder Durchreise erlaubt. Es wird in der Regel als Sichtvermerk in den Pass  eingefügt.

Quelle: Bundesministerium des Innern

Wann und unter welchen Umständen darf ein Flüchtling in Deutschland arbeiten?
Welche Zugangsmöglichkeiten und -bedingungen zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen bestehen, hängt maßgeblich von ihrem aktuellen Aufenthaltsstatus ab, der durch den oben beschriebenen Aufenthaltstitel beschrieben wird. Dieser regelt im Aufenthaltsgesetz die Möglichkeit der Ausführung einer Erwerbstätigkeit. Anerkannte Asylbewerberinnen und -bewerber, die vom Bundesamt einen positiven Bescheid erhalten haben, dürfen grundsätzlich uneingeschränkt arbeiten.

Zuständig für die Erteilung von Arbeitserlaubnissen bzw. für die Zustimmung zum Aufenthaltstitel ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundeagentur für Arbeit mit ihren regionalen Standorten. Sie wird bei der Vergabe des Aufenthaltstitels intern durch die Ausländerbehörde eingeschaltet.

Es gibt drei Voraussetzungen, die für eine Zustimmung der BA zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit von Drittstaatsangehörigen erfüllt sein müssen:

  1. Eine Rechtsvorschrift muss den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt einräumen.
  2. Es muss ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegen.
  3. Es steht kein bevorrechtigter Arbeitnehmer für die konkrete Beschäftigung zur Verfügung und die Arbeitsbedingungen sind mit denen inländischer Arbeitnehmer vergleichbar.

Quellen: Bundesministerium des Innern, Pro Asyl & Arbeitsgenehmigungsverordnung

Wo kann ich mehr über das Thema erfahren?
Im Internet gibt es zahlreiche Websites, auf denen die Themen aufgegriffen und vertieft werden. Hier ist eine Übersicht mit vertrauenswürdigen Seiten:

Bundesamt für Migration & Flüchtlinge:
http://www.bamf.de/DE/Startseite/startseite-node.html

Bundesministerium des Innern:
http://www.bmi.bund.de/DE/Home/startseite_node.html

Pro Asyl:
http://www.proasyl.de/

Flüchtlingsrat Hamburg:
http://www.fluechtlingsrat-hamburg.de/